Digital Hubs

Kurz erklärt

Digital Hubs auch Digitalisierungszentren genannt. Hier treffen unterschiedlichste Kompetenzen, Disziplinen, Ideen, Technologien und Kreativität aufeinander. Sie sind Anlaufstellen für Start-Ups, kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen bei Fragen zur Digitalisierung. Sie bieten die Möglichkeit, sich vor Ort über die Digitalisierung zu informieren, Digitalisierung zu erleben sowie neue Ideen für digitale Projekte in Experimentierräumen zu entwickeln und zu erproben.

Expertenbericht

Landesinitiative Regionale Digital Hubs – Digitalisierung in der Fläche voranbringen

Die Digitalisierung verändert unser gesamtes Leben: Unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unseren Alltag. Diese Veränderung kommt nicht erst, sondern sie hat längst begonnen und nimmt stetig an Fahrt auf. Dagegen können wir uns wehren und werden abgehängt. Oder aber wir nutzen ihre Chancen und stehen weiter auf der Gewinnerseite. Ich plädiere entschieden dafür, die Chancen zu ergreifen. Denn ich möchte, dass Baden-Württemberg auch in der digitalisierten Zukunft führender Innovations- und Wirtschaftsstandort bleibt. Deshalb ist die digitale Transformation – gerade auch im Mittelstand – ein bedeutendes Thema meiner Wirtschaftspolitik – heute und in den kommenden Jahren.
Unser Land lebt von seinem starken Mittelstand. Aber noch immer gibt es bei uns zu viele, vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die sich beim digitalen Wandel eher zögerlich verhalten. Deshalb wollen wir insbesondere diese Unternehmen branchenübergreifend dabei unterstützen, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen und umzusetzen. Mit diesem Ziel hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau die „Initiative Wirtschaft 4.0“ gestartet. Sie bildet einen wesentlichen Baustein der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung („digital@bw“). Eine zentrale Fördermaßnahme sind dabei die regionalen Digital Hubs, die die Digitalisierung der Wirtschaft in der Fläche des Landes voranbringen sollen. Hierfür stehen insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung. Jeder einzelne Digital Hub wird bei einer Projektlaufzeit von drei Jahren mit bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert. Die maximale Fördersumme je Hub beträgt eine Million Euro.
Im Zuge der Digitalisierung nimmt die Vernetzung der verschiedenen Wirtschaftsbereiche immer weiter zu. Damit wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von digitalen Innovationen immer wichtiger. Mit den Hubs entstehen im ganzen Land regionale Ökosysteme für digitale Innovationen und die digitale Transformation. Sie sollen die regionale Innovationskraft und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stärken. Sie unterstützen Kooperationen und den Erfahrungsaustausch kleiner und mittlerer Unternehmen sowie deren Einstieg in Digitalisierungsvorhaben. Sie sind die erste Anlaufstelle in der Region, wenn es um Fragen und Anliegen zur Digitalisierung der Wirtschaft geht.


Teilchenbeschleuniger für digitale Innovationen

Die regionalen Digital Hubs bringen verschiedene Akteure der Digitalisierung räumlich zusammen – ganz im Sinne einer regionalen Drehscheibe für die digitale Transformation. So werden Wissenstransfer und Zusammenarbeit gefördert sowie Kunden- und Kooperationsbeziehungen aufgebaut. Auf diese Weise entsteht in den einzelnen Regionen unseres Landes ein breites Netzwerk von Akteuren verschiedener Disziplinen. Darunter Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Größe und Digitalisierungsreife, Start-ups und Scale-ups, aber auch Forschungs- und Transfereinrichtungen, Vertreter der IKT- und Kreativwirtschaft, Verbände und Kammern, Cluster-Initiativen, Business Angels und Wagniskapitalgeber, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und der digitale Fachkräftenachwuchs. Die regionalen Digital Hubs sind Ideen- und Experimentierräume. Sie bieten Raum für neues Teamdenken und Kooperation. Hier treffen die unterschiedlichsten Kompetenzen, Ideen, Technologien und Kreativitätspotentiale aufeinander. Sie bieten die benötigte Infrastruktur und innovative Veranstaltungsformate, um sich auszutauschen, neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu erproben und gemeinsam digitale Projekte zu entwickeln.


Entdecken, Erkennen, Entwickeln und Erleben in Ostwürttemberg

Mit den Digital Hubs bringen wir die Digitalisierung im Land voran. Wir unterstützen damit gezielt kleinere und mittelständische Unternehmen bei deren digitalen Innovationen – so auch in Ostwürttemberg. Die Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg als Konsortialführerin, der Landkreis Heidenheim und der Ostalbkreis haben unseren Förderaufruf aufgegriffen und mit viel Engagement ein stimmiges Konzept ausgearbeitet. Nun verfolgen wir die Aktivitäten des Hubs mit großem Interesse. Mit dem Digitalisierungszentrum Ostwürttemberg entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Digitalisierung in der Region, eine Plattform für alle beteiligten Akteure und damit ein attraktives regionales Unterstützungsangebot. Unter dem Motto „Entdecken – Erkennen – Entwickeln – Erleben“ will der Hub die Digitalisierung greifbar machen, Aktivitäten anregen und Potentiale darstellen. Wir wollen den regionalen Unternehmen Handlungsfelder aufzeigen, ihnen Raum für digitale Innovationen geben und Akteure der Digitalisierung vernetzen. Daneben sollen erfolgreiche Projekte vorgestellt und Technologien in Testumgebungen betrieben werden. Hierzu stellen wir Coworking Spaces, Showrooms und Testumgebungen zur Verfügung.


Digital Hub-Netzwerk als schlagkräftige Unterstützungsinfrastruktur

Wie in Ostwürttemberg entstehen mit den regionalen Digital Hubs überall im Land Unterstützungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen, die auf die regionalen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Durch einen aktiven Austausch können die einzelnen Digital Hubs voneinander lernen und so Strahlkraft für das ganze Land entwickeln. Daneben entstehen in Baden-Württemberg auch drei sogenannte de:hubs, die vom Bund ausgewählt wurden und ebenfalls vom Land gefördert werden. Die de:hubs sind über ganz Deutschland verteilt und sollen internationale Investoren, Start-ups und Fachkräfte anziehen sowie internationale Kooperationen fördern. Sie widmen sich branchenspezifischen Schwerpunktthemen und fungieren in ihrem speziellen Themenfeld als Leuchttürme mit internationaler Strahlkraft. So behandelt das de:hub in Stuttgart das Thema „Future Industries“, in Karlsruhe geht es um „Künstliche Intelligenz“ und in Mannheim/Ludwigshafen um „Digitale Chemie und Gesundheit“. Die im Land angesiedelten de:hubs geben den regionalen Digital Hubs wichtigen thematischen Input. Im Gegenzug profitieren sie von einem besseren Zugang zu den regionalen Unternehmen, Forschungsreinrichtungen und weiteren Akteuren. Durch diese Vernetzung haben wir die Möglichkeit, ein schlagkräftiges Digital Hub-Netzwerk Baden-Württemberg aufzubauen, um die Wirtschaft im Land umfassend zu unterstützen.
Diese Chance wollen wir – neben allen anderen, die sich uns bieten – nutzen. Es ist unser Ziel, alle Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet, zu erkennen, zu ergreifen und gewinnbringend umzusetzen. Denn nur so können wir Baden-Württemberg als Premiumstandort für die digitalisierte Wirtschaft noch sichtbarer machen und unsere Spitzenposition auch in Zukunft verteidigen.


Autorin

Hoffmeister-kraut