Onlinehandel

Kurz erklärt

Onlinehandel, auch Internethandel oder E-Commerce genannt, beschreibt Verkaufs- und Einkaufsvorgänge über das Internet.
Siehe auch Berichte E-Commerce und Online-Marketing.

Beratung

Wir bieten Ihnen beim Sprechtag E-Commerce am 16. September 2020 die Möglichkeit, Fragen bspw. zum Onlinehandel, der Kundenkommunikation über das Internet, Suchmaschinenoptimierung und Online-Marketing zu stellen. Unser Experte, Fabian Aldinger steht  Ihnen im Einzelgespräch Rede und Antwort.

Expertenbericht

Dynamisches Userverhalten im Web

Im Handel galt es schon immer, dort anzubieten wo der Kunde zu finden ist. Im stationären Handel war und ist das die vielgepriesene A-Lage, im digitalen Geschäft unterliegt diese aber nun mal einer gewissen Rast- und Ruhelosigkeit sowie einer stetigen Zergliederung von einer zentralen Anlaufstelle in viele individuelle Nischen.
Zweifellos mag es feste Hotspots wie natürlich Amazon und Google geben, bei denen eine breite Kundenmasse zu finden ist, doch macht man sich auf diesen Plattformen einerseits überaus abhängig, schwimmt in einem Meer aus gleichartigen Wettbewerbern und zudem sind sie nicht das alleinige Allheilmittel des Kundenkontaktes. Auch die Hoffnung, es reiche aus, die Kunden nur im eigenen Webshop abzuholen, mutet im Jahr 2020 schon überaus antiquert an, denn der Kunde ist nun mal überall und die „digitale A-Lage“ wandelt sich damit schneller als die Craftbier-Auswahl eines Berliner Hipsterlokals. Feilt man heute also noch am Start des Facebookauftritts, während die Zielgruppe Influencern auf Instagram und YouTube nachläuft, ist man leider schnell abgehängt.
Greift man andererseits diese Trends auf und findet heraus, wie sich das eigene Produkt authentisch darin unterbringen lässt, treibt man die Customertouchpoints ziemlich schnell und weitreichend über den eigenen Horizont hinaus.
Noch interessanter wird dieses Potenzial, wenn gewisse Nischenmärkte bedient werden, seien es Sportkletterer, edle Spirituosen oder wie im Falle von Betzold alles rund um das Thema Bildung. Denn hier lassen sich Kunden inzwischen auf den neueren Kanälen und Plattformen deutlich spezifischer, direkter und glaubwürdiger ansprechen.


E-Commerce bedeutet insbesondere eines: gnadenlose Dynamik

Ein schönes Beispiel zeigt sich mitunter auf der Kreativplattform Pinterest. Einerseits ist hier die Anbieterdichte noch deutlich geringer und die User der Plattform erwarten kreativen Mehrwert anstatt einfache Shopping-Anzeigen, d. h., hier erreicht man Kunden auch mit echten Inhalten und nicht allein mit großen Werbebudgets. Passenderweise baut Pinterest nun durch eine neue Funktion attraktive Shopping-Möglichkeiten zwischen Usern und Anbietern auf, die es Onlinehändlern ermöglicht, den eigenen Produktkatalog auf Pinterest hochzuladen. Durch einen eigenen Checkout in Pinterest können interessierte Kunden Produkte erwerben, ohne die Seite/App verlassen zu müssen.
Bietet man als Händler oder Marke nun ein passendes Nischensortiment an und ist bereit, Zeit und Geld in originellen Content zu investieren, kann man ganze Sortimente aus dem eigenen Webshop in die digitale A-Lage einer kreativen Käufergruppe integrieren. Mit aktuell sieben Millionen aktiven Usern mag die Plattform eher eine Nische bedienen, doch ist dies auch die digitale Krux. Anstatt sich mit Sortiment und Marke einmalig auf einer zentralen Plattform niederzulassen, besteht ein nachhaltiger Erfolg aus einem Gebilde vieler Komponenten, die sich zu einem großen Mosaik, so individuell wie die eigene Zielgruppe, zusammensetzt.
Nachdem Trends nun mal kommen und gehen – man erinnere sich an StudiVZ – ist dieses Mosaik aber auch überaus fluktuierend. Die rasant wachsende Plattform TikTok mag mit 5,5 Millionen deutschen Usern noch im Anfangsstadium sein, doch zieht sie mit durchschnittlich 50 Minuten Besuchszeit je User/Tag eine zunehmende Aufmerksamkeit von anderen Webseiten ab. Also gilt auch hier für Marken und Produkte: teilnehmen, experimentieren, austesten.
Letztendlich bestehen im heutigen Handel also nur noch die Rast- und Ruhelosen. Es mag nicht notwendig sein, eine Marke für Mittvierziger auf Plattformen für Teenager anzupreisen, doch sollte man jeden Trend entsprechend hinterfragen, denn sicher ist, dass User, die heute per WhatsApp kommunizieren, nach deren Ende bestimmt nicht mehr auf Brief & E-Mail zurückgreifen werden.


Autor

Betzold
Albrecht Betzold
Geschäftsführender Gesellschafter der Arnulf Betzold GmbH