Arbeitswelt

Industrie 4.0 Berufe

Ob Ausbildung oder Studium – zahlreiche technische Berufe bieten anspruchsvolle Aufgaben in der Fabrik der Zukunft. Beispiele vom Mechatroniker bis zum Wirtschaftsingenieur haben wir für Sie zusammengefasst.

Einleitung

Industrie 4.0 führt zweifellos zu Veränderungen in der Arbeitswelt bzw. in verschiedensten Berufsbildern. Dabei überwiegen laut verschiedenster Studien die Vorteile für Beschäftigte wie für Unternehmen. Vereinfacht zusammengefasst wird erwartet, dass die unter Industrie 4.0 zusammengefassten Technologien die Arbeitswelt in folgender Form beeinflussen:
  • Die weitere Digitalisierung führt zu einem höheren Grad an proaktiven, wertschöpfenden und kreativen Arbeitsschritten, während Aufgaben wie die Fehlersuche oder der Reaktionsbedarf auf unerwartete Einflüsse zurückgehen dürften.
  • Die Wirtschaft 4.0 führt zu einem vielfältigeren Aufgabenspektrum. Etwa die Errichtung und der Betrieb von Fertigungsanlagen fordern vom Maschinenbauer künftig noch mehr IT-Kompetenzen und vom IT-Spezialisten unter anderem vertiefte Anlagen- und Prozesskenntnisse.
  • Die Aufgabenfelder der Beschäftigten verändern sich, Beschäftigung wird in Summe aber nicht verdrängt. So haben auch frühere industrielle Revolutionen den Personalbedarf in einzelnen Berufsfeldern verändert – in der heutigen Zeit hoher Automatisierungsgrade herrscht in der Region Ostwürttemberg dennoch (oder gerade deshalb) de facto Vollbeschäftigung.

Ausbildungsberufe

Somit ist derzeit nicht davon auszugehen, dass die Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 in großem Umfang neue Berufsbilder erfordert. Seit jeher bestehen in der Bildungslandschaft zahlreiche Instrumente, um neue Inhalte systematisch in Ausbildungsberufe oder Studiengänge zu integrieren.
Dennoch weisen einige Berufe von vornherein einen besonders hohen Bezug zu Industrie 4.0 auf, darunter zum Beispiel:
  • Elektroniker/in für Automatisierungstechnik: Elektroniker für Automatisierungstechnik montieren nicht nur Sensoren und Aktoren, sie sind ebenso zuständig für die Einbindung der IT-Systeme in Netzwerke. Sie programmieren Automatisierungsgeräte und wenden Systeme zur Auftragsplanung, -abwicklung und Terminverfolgung an.
  • Produktionstechnologe/in: Produktionstechnologen analysieren Produktionsprozesse anhand von Kennziffern, beurteilen diese, nutzen IT-Systeme zur Auftragsverfolgung und setzen Test- und Diagnosesoftware ein. Ebenso sind sie in der Lage, die vorbeugende Wartung von Systemen durchzuführen.
  • Mechatroniker(in): Mechatroniker verfügen über Kenntnisse sowohl in der Mechanik als auch in der Steuerungstechnik und Elektronik. Dabei stellen sie unter anderem verschiedenste Systemkomponenten zusammen, konfigurieren Steuerungsprogramme oder installieren ganze Netzwerke und Bussysteme.
Alleine diese beispielhafte Auswahl von Berufen zeigt die Vielzahl von Schnittstellen zwischen Cyber- und realer Welt. Exakt diese übergreifende Verknüpfung von Systemen stellt einen wichtigen Baustein künftiger Industrie 4.0 Anwendungen dar. Gerade in den zahlreichen Hightech-Industriebetrieben in der Region Ostwürttemberg können so vielfältige Kenntnisse rund um die Produktionstechnik in der Fabrik der Zukunft erlernt und teilweise schon heute angewendet werden.

Studium

Auch zahlreiche akademische Berufe bzw. Studiengänge decken bereits weitreichende Felder der Industrie 4.0 ab. An den regionalen Hochschulen finden sich zahlreiche Studiengänge mit Bezug zu Automatisierungstechnik, IT-Systemen, Robotik, Maschinen- und Anlagenbau oder Produktionstechnik bis hin zum Thema IT-Sicherheit oder Embedded Security.
Das umfassende Angebot der Hochschulen finden Sie auf deren jeweiligen Websites. Rein exemplarisch zu nennen wären beispielsweise die Studiengänge
  • Wirschaftsinformatik, Maschinenbau, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie BWL-Industrie an der DHBW Heidenheim in welchen Aspekte von Industrie 4.0 in den Vorlesungsinhalten integriert werden.
  • Mechatronik an der Hochschule Aalen, in welchem Themen von der Mechanik bis hin zu Echtzeitsystemen oder Embedded Computing behandelt werden.

IHK-Studie

Eine im Jahr 2015 durchgeführte IHK-Studie beleuchtete die Sichtweise der Unternehmen auf die Auswirkungen der Wirtschaft 4.0 auf die berufliche Aus- und Weiterbildung.
Die rund 2.800 teilnehmenden Unternehmen äußerten mit deutlicher Mehrheit keinen Bedarf an einer grundsätzlichen Veränderung von Berufsbildern. Lediglich 3,5 Prozent gaben an, dass bestimmte bestehende Berufe oder Weiterbildungen im eigenen Unternehmen künftig nicht mehr benötigt werden. Bei der Anpassung an die Veränderungen infolge der Digitalisierung setzen die Unternehmen großteils auf die Qualifizierung in der Ausbildung oder Weiterbildung. Ein geringerer Anteil sieht keinerlei Bedarf oder setzt entsprechende Kenntnisse bei der Auswahl neuer Mitarbeiter voraus.

Von denjenigen Unternehmen, die Auswirkungen der Wirtschaft 4.0 auf die Qualifikation ihrer Mitarbeiter erwarten, nannte jeweils rund die Hälfte technische bzw. kaufmännische Bereiche als besonders betroffen. Hinsichtlich spezifischer Kompetenzen wird insbesondere im Bereich des IT-Know-hows eine deutliche Bedeutungszunahme erwartet.

Die Ergebnisse decken sich mit der Foresight-Studie "Digitale Arbeitswelt" im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, wonach der Großteil der Veränderungen die Weiterentwicklung bestehender Berufe und nur teilweise das Entstehen neuer Berufsbilder betreffen wird.

Unterstützung Ihrer IHK

Falls Sie einen Ausbildungsberuf im Bereich Industrie 4.0 anstreben oder sich in diesem Bereich weiterentwickeln wollen, bieten wir Ihnen umfangreiche Unterstützung:
  • Unsere Ausbildungsberater informieren Sie über die verschiedenen Berufsfelder und zeigen auf, welche Unternehmen in den jeweiligen Berufen ausbilden.
  • In der IHK-Lehrstellenbörse können Sie nach einem geeigneten derzeit noch zu besetzenden Ausbildungsplatz suchen.
  • Im Rahmen des Weiterbildungsangebotes für Auszubildende gibt es auch Online-Seminare und Prüfungsvorbereitungskurse

Auch den Ausbildern selber bieten wir Plattformen und Unterstützung bei der Weiterbildung und Qualifizierung rund um die unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefassten Technologien.
Falls Sie sich für ein Studium mit Bezug zur Industrie 4.0 interessieren, finden Sie weiterführende Informationen direkt bei den regionalen Hochschulen.
Zudem begleitet die IHK Ostwürttemberg intensiv die Weiterentwicklung der bestehenden Berufsfelder. Etwa im Berufsbildungsausschuss werden durch Vertreter der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer sowie der beruflichen Schulen beispielsweise die jeweiligen Prüfungsordnungen an den aktuellen Bedarf angepasst und beschlossen.